Basislager gGmbH
Wandel erleben und bewegen

Die Basislager Autismustherapie

Zielgruppe:

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer nachgewiesenen
Autismusspektrumsstörung.

Darunter fallen folgende Diagnosen:

F84.0
Frühkindlicher Autismus
„Diese Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung ist durch eine abnorme oder
beeinträchtigte Entwicklung definiert, die sich vor dem dritten Lebensjahr
manifestiert. Sie ist außerdem gekennzeichnet durch ein charakteristisches Muster
abnormer Funktionen in den folgenden psychopathologischen Bereichen: in der
sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten stereotyp
repetitiven Verhalten. Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigt
sich häufig eine Vielzahl unspezifischer Probleme, wie Phobien, Schlaf- und
Essstörungen, Wutausbrüche und (autodestruktive) Aggression.“ (ICD 10)
F84.1
Atypischer Autismus
„Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung unterscheidet sich vom
frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn oder
dadurch, dass die diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen
erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet werden, wenn
die abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr
manifest wird und wenn nicht in allen für die Diagnose Autismus geforderten
psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige soziale Interaktionen,
Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten)
Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische Abweichungen
auf anderen Gebieten vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer
retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung
leidenden Patienten auf.“(ICD10)
F84.5
Asperger-Syndrom
„Diese Störung von unsicherer nosologischer Validität ist durch dieselbe Form
qualitativer Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen, wie für
den Autismus typisch, charakterisiert, zusammen mit einem eingeschränkten,
stereotypen, sich wiederholenden Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Die
Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch fehlende
allgemeine Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden Entwicklungsrückstand
der Sprache und der kognitiven Entwicklung. Die Störung geht häufig mit einer
auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die Abweichungen tendieren stark dazu,
bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter zu persistieren. Gelegentlich
treten psychotische Episoden im frühen Erwachsenenleben auf.
Inkl.
Autistische Psychopathie:
Schizoide Störung des Kindesalters“(ICD 10)

Beschreibung:
Menschen mit Autismus haben es oft schwer sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. In der Autismustherapie sollen sie lernen mit sich selbst und ihrer Umwelt
zurechtzukommen, um sich ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Im Bereich
der Kommunikation und sozialen Interaktion benötigen sie Unterstützung und ein
zielgerichtetes Angebot, was ihnen hilft sich in ihren eigenen Möglichkeiten
weiterzuentwickeln und ihnen mehr Teilhabe zu ermöglichen. Unser Angebot richtet sich
nach den Ressourcen und Stärken des Klienten, um diese zu fördern und neue
Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dabei wird auch das System des Klienten unterstützt
und in der Therapie mit einbezogen.
Auch das Üben von praxisorientierten Situationen gehörtdazu um dem Klienten das Vertrauen zu geben, selbst mit einer Situationen umgehen zu können.
Im Basislager gGmbH unterstützen wir mit einem vielfältigen und kreativen
Angebot die Entwicklung des Klienten, sodass dieser sich nach seinen eigenen Möglichkeiten
und Zielen entfalten kann.

Indikation:
-Die Klientin, der Klient nimmt freiwillig an der Autismustherapie teil.
-Das Bezugssystem Eltern, Familie sind bereit bei der Therapie mitzuarbeiten.
-Die Diagnose Autismus ist ärztlich festgestellt.
-Es bestehen ernste und immer wiederkehrende psychische Beschwerden, sowie eine maßgebliche Einschränkung der Teilhabe.
-Tägliches Funktionieren im Alltag ist eingeschränkt.
-Die Klientin, der Klient und dessen System ist motiviert, um langfristig an den Zielen
zu arbeiten.


Contra-Indikation:
-Fehlende Zusammenarbeit mit dem System.
-IQ unter 50

Ziele:
-Selbstbewusstsein stärken
-Grenzen wahrnehmen, angeben und akzeptieren
-Autonomie vergrößern
-Erlernen und anwenden von neuen Copingstrategien
-Fokussieren
-Sozialkompetenzen entwickeln und stärken
-Mimik und Gestik adäquat einsetzen und bei dem Gegenüber interpretieren
-Strategien erlernen, um Aggressionen zu kontrollieren
-Emotionen äußern und bei dem Gegenüber erkennen
-Theory of mind (Situation – Gedanke – Gefühl – Verhalten miteinander verbinden)
-Kommunikation
-Selbstwirksamkeit
-Förderung der Identitätsfindung
-Entspannungsmethoden einsetzen
-Flexibilisierung
-Autismus Aufklärung

Methoden:
-Elemente aus der kognitiven Verhaltenstherapie
-Elemente aus der Verhaltenstherapie
-TEACCH Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children
-Rollenspiel
-Theory of Mind Training
-Soziales Kompetenz Training
-PECS  Picture Exchange Communication System
-Dramatherapie
-Tanztherapie
-Kunst und Gestalttherapie
-Systemische Beratung
-Entspannungstechniken
-Elterncoaching
-Erlebnispädagogische Angebote
-Tiergestützte Therapie
-Spieltherapie

 
Behandlungsdauer:
Bei der therapeutischen Arbeit mit Autisten geht es zuallererst darum, eine Beziehung zum
Klienten und dem System aufzubauen, da ansonsten keine therapeutische Arbeit möglich ist.
Die Dauer des Beziehungsaufbaus variiert von Klienten zu Klienten und kann nicht mit einer
genauen Zahl festgelegt werden. Je nach Möglichkeiten und Ressourcen des Klienten kann
die Therapie ein mehrjähriger Prozess sein. Die Dauer und Häufigkeit der Therapiesitzungen
orientieren sich an dem Auftrag des Klienten und seinen Möglichkeiten, sowie den
individuellen Zielen.
Teilnehmer:
Bei der Autismustherapie im Basislager verfolgen wir einen ganzheitlichen systemischen
Ansatz. So sind nicht nur die Klienten und dessen Bezugssystem von Wichtigkeit, sondern
auch das System außerhalb, sowie Schulinstitutionen, Psychiater, Therapeuten und weitere
Personen, die für den Klienten zum System dazugehören. Es soll ein regelmäßiger Austausch
zwischen diesen stattfinden, sodass ganzheitlich mit dem Klienten an seinen Problemen
gearbeitet werden kann.

Örtlichkeit:
Die Autismustherapie erfolgt ambulant. Im Rahmen der Therapie finden Hausbesuche statt,
wobei die Autismustherapie im direkten häuslichen Umfeld ausgeführt wird. So ist es
möglich, dass Strukturhilfen direkt dort angebracht werden können, wo sie nötig sind. Zudem
erhält der Therapeut Einsicht in den Alltag und die Umgebungsfaktoren, die den Klienten und
das System beeinflussen und kann Veränderungen mit dem System vor Ort besprechen und
realisieren. Des Weiteren sind je nach Zielsetzung und Angeboten auch Therapieeinheiten in
unseren beiden Standorten Heinsberg Patersgassse 9 und Wegberg Dachsenberg 5a möglich.
Kontaktperson:
Linda Ringering (Leitung)
Denise Franzke (Therapeutin Autismus)
Kostenübernahme:
Im Fall einer ärztlichen Diagnose und Empfehlung sind die Kostenträger das Sozialamt,
Jugendamt und der LVR, welche entsprechend der Eingliederungshilfe
(§§ 53 ff SGB XII) die Kosten übernehmen.
Anmeldung:
Kontakt über das Jugendamt, Sozialamt oder LVR
Oder direkt bei der Organisation